Gewichtheber brauchen eine Perspektive

SPD fordert Aufklärung und tragfähige Lösung für die Zukunft des Gewichthebens in Espelkamp

Mit der neuen Stadtsporthalle entsteht derzeit eines der größten kommunalen Bauprojekte der vergangenen Jahre in Espelkamp. Die SPD begrüßt die Investition in den Sportstandort ausdrücklich. Umso unverständlicher ist für uns, dass ausgerechnet die Zukunft der Gewichtheber bis heute ungeklärt ist.

Die Gewichtheber des ATSV trainieren seit Jahrzehnten in der Rundturnhalle. Mit dem Abriss der bisherigen Stadtsporthalle verlieren sie ihre Trainingsstätte. Gleichzeitig ist inzwischen klar: In der neuen Stadtsporthalle wird es keinen eigenen Raum für die Sportart geben.

Dabei waren die besonderen Anforderungen des Gewichthebens keineswegs überraschend. Hohe Punktlasten, spezielle Bodenaufbauten und dauerhaft aufgestellte Trainingsgeräte gehören seit jeher zu dieser Sportart. Dennoch argumentiert die Verwaltung, dass die geplanten Räumlichkeiten aufgrund einer Fußbodenheizung und der vorgesehenen Mehrfachnutzung nicht geeignet seien.

Für die SPD wirft das Fragen auf.

Im Rahmen einer Akteneinsicht wurde deutlich, dass in früheren Planungsständen noch von einem Raum für die Gewichtheber die Rede war. Im Sommer 2025 taucht stattdessen plötzlich der Begriff „Multifunktionsraum“ auf. Offensichtlich wurde dieser Raum im weiteren Verlauf für zusätzliche Nutzergruppen mit eingeplant – etwa für Angebote der Offenen Ganztagsschule. Damit entstand ein Nutzungskonflikt, der nun zulasten der Gewichtheber gelöst werden soll.

Für uns stellt sich daher die Frage: Warum wurden die Anforderungen der Gewichtheber nicht frühzeitig und verbindlich berücksichtigt? Schließlich handelt es sich nicht um eine neue Sportart oder neue Wünsche, sondern um einen seit vielen Jahren bestehenden Verein mit bekannten Anforderungen.

Als Ausweichlösung verweist die Verwaltung auf das ehemalige Feuerwehrgerätehaus in Fabbenstedt. Doch auch diese Lösung wirft zahlreiche Fragen auf. Die Gewichtheber sehen sich als innenstadtnaher Verein und nicht als Dorfsportgruppe. Zudem wird das Gebäude bereits von anderen Nutzern verwendet. Auch dort müssten zunächst neue Lösungen geschaffen werden.

Die SPD hatte deshalb vorgeschlagen, alternative Standorte im unmittelbaren Umfeld der Stadtsporthalle zu prüfen – darunter die künftig leerstehenden Gebäude des ehemaligen Restaurants Santorini und der ehemaligen Tierarztpraxis. Beide Gebäude stehen ohnehin mit Abrisskosten im Haushalt, während gleichzeitig noch kein konkretes Nutzungskonzept für die Flächen vorliegt. Dieser Vorschlag wurde jedoch von Verwaltung und CDU abgelehnt.

Hinzu kommt, dass derzeit das ISEK-Verfahren für das Gebiet rund um die Stadtsporthalle und die Kantstraße läuft. Die Bürgerinnen und Bürger werden dabei ausdrücklich aufgefordert, Ideen für die zukünftige Entwicklung des Quartiers einzubringen. Umso weniger nachvollziehbar ist es, dass mögliche Lösungen für die Gewichtheber offenbar gar nicht ernsthaft in diese Überlegungen einbezogen werden.

Für die SPD/UA-Fraktion steht fest: Eine moderne Stadtsporthalle muss möglichst vielen Sportarten eine Zukunft bieten. Wenn dies im Neubau selbst nicht möglich ist, muss rechtzeitig eine tragfähige und dauerhafte Alternative geschaffen werden. Die Gewichtheber haben über Jahrzehnte wichtige Vereinsarbeit geleistet und verdienen mehr als ein Provisorium.

Wir werden uns deshalb weiterhin dafür einsetzen, dass die offenen Fragen beantwortet und gemeinsam mit dem ATSV eine langfristige Lösung gefunden wird. Denn Sportförderung bedeutet nicht nur, neue Hallen zu bauen – sondern auch, bestehende Vereine mitzunehmen.